[Verlagsbesuch] Zu Besuch beim Arena Verlag

Hallo ihr Lieben,

heute war ich mit meinem Sohn zu Gast beim Würzburger Arena Verlag. Dieser hatte im Rahmen des Veranstaltungsprogramms #verlagebesuchen seine Pforten für neugierige Besucher geöffnet. Elena Riedel, bei Arena zuständig für Lesungen und Veranstaltunten, hatte eine tolle Präsentation zum Thema „Wie entsteht ein Kinderbuch?“ vorbereitet, mit welcher sie die großen und kleinen Gäste in ihren Bann zog. Doch fangen wir einmal von vorne an.

Nach einer einstündigen Autofahrt kamen wir ohne weitere Zwischenfälle im schönen Würzburg an. Der Verlag liegt in einer schönen Ecke der Stadt, ist super von der Autobahn zu erreichen und wir waren etwas verunsichert, weil der erste Eindruck eher auf eine Wohngegend schließen ließ. Der erste erstaunte Blick meines Sohnes galt dem Gebäude, da er sich das eher wie ein Bürogebäude vorgestellt hatte. Aber schaut selbst. In diesem hübschen Gebäude entstehen die Bücher des Arena Verlags:

Wir wurden dann zusammen mit den anderen Gästen im Hof abgeholt und durften es uns im Konferenzraum gemütlich machen. Schnell waren alle Stühle und Hocker besetzt und so mussten sogar noch zusätzliche Sitzgelegenheit herbeigeholt werden, aber am Ende hatten wir alle Platz. Der Tisch im Konferenzraum war mit Büchern und Allerlei Kleinkram zum Mitnehmen (Sticker, Leseproben u.ä.) dekoriert, so dass die Kinder sich gleich zu Beginn über diese tollen Kleinigkeiten freuen konnten.

 Danach ging es auch schon mit der Präsentation los. Zuerst erfolgte eine kleine Übersicht über den Verlag selbst. Neben den verschiedenen Bereichen in denen Arena tätig ist und Beschreibungen der Abteilungen mit ihren Aufgaben, durften wir auch schon einen exklusiven Blick in das Verlagsprogramm ab Juni werfen. Ich habe mich persönlich gleich in einen Titel verliebt, aber es wird noch nichts verraten. Ihr müsst leider bis Juni warten, dann werdet ihr erlöst.

Ideenfindung  als Einstieg war sehr interessant. Man könnte denken, dass ein Verlag, der ein paar tausend Manuskripte im Jahr erhält, davon so einiges annimmt, doch so ist es ganz und gar nicht. Wir haben erfahren, dass Arena im Jahr ca. 400 Titel neu herausbringt und davon ist im Schnitt ein einziger aus den eingesandten Manuskripten. Alle anderen Titel kommen entweder von Agenturen, Bestandsautoren oder auch Autoren, an die der Verlag mit eigenen Ideen herantritt und diese konkret um ein Buch zu dieser Idee bittet. Dann gibt es noch die Scouts, die gerade den riesigen fremdsprachigen Markt für Arena überwachen, allerdings ist der Anteil dieser importierten bei Arena relativ gering, denn sie arbeiten überwiegend mit deutschen Autoren zusammen. Hier kam auch die Frage nach dem Autorenhonorar auf und ich fand es schon sehr süß, dass so ein 8-jähriger Stöpsel dann meinte, dass Autor aber kein guter Beruf ist, wenn man Geld haben will. Das allgemeine Schmunzeln war auf jeden Fall groß.

 

Danach wurde der Weg von der ersten Idee über die ständige Betreuung durch einen Lektor bis zum fertigen Manuskript, Lektorat, Nachbearbeitung, wieder Lektorat und die ständige Wiederholung, bis es zum Korrektorat geht, geschildert. Hier merkte man auch, dass die Zuhörer zusehends auftauten, denn sie stellten eine Menge interessante Fragen und waren wirklich interessiert an der ganzen Sache, obwohl es ein sehr komplexes Thema mit einer Flut an Informationen war. So kam z.B. die Frage auf, ob man nicht aus den Ideen von 2 Autoren, die allein nicht so gut sind, aber miteinander toll wären, auch ein Buch machen könnte. Frau Riedel gab darauf eine wirklich tolle, kindgerechte Erklärung zum Thema Urheberrecht ab, so dass am Ende auch verstanden wurde, dann man die Idee nicht einfach klauen und umbauen kann.

Danach ging es ans Thema Illustrationen, Grafik und Druck. Unter anderem haben wir z.B. erfahren, dass Autor und Illustrator oft meistens nicht persönlich in Kontakt kommen, sondern alles direkt von Verlagsseiten geregelt wird. Auch der Druckprozess war ein Thema, das auf viel Begeisterung stieß, was sicherlich auch an den vielen Anschauungsmaterialien lag, dass Frau Riedel mitgebracht hat. Es gab Druckplatten, Druckbögen und Heftungen aus den verschiedenen Druckphasen und auch einen kleinen Film, der das Drucktempo veranschaulicht hat. Auch hier gab es jede Menge Fragen und ich muss ehrlich sagen, dass ich erstaunt war, wie kreativ diese teilweise waren und wie anders Kinder teilweise denken.

Am Ende des Vortrags, der wirklich sehr informativ war, und auch meinem Sohn super gefallen hat – er hat seiner Oma danach auch ungefähr 1 Stunde lang alles erzählt, was er gehört hat -, gab es dann noch eine Überraschung für alle Kinder. Die Verlagsmitarbeiter hatten einen kleinen Tisch vorbereitet, auf dem sich einige Titel aus dem Verlag tummelten und jedes der Kids durfte sich ein Buch aussuchen und als Geschenk mit nach Hause nehmen. Außerdem durften sich interessierte Kinder als Testleser melden, um bei zukünftigen Titeln mitreden zu können. Mein Sohn hat sich übrigens mit „Die Konferenz der Gruselgeister“ von Amina Paul einen super Titel von 2011 ausgesucht.

Die ganzen Bilder von Bücherregalen, die sich zwischen den Textabschnitten verteilt haben, sind übrigens Abschnitte des tollen Archivs von Arena, welches im 3. Stock bei „A“ anfängt und sich dann bis in den Keller durch nahezu jedes Zimmer des Gebäudes fortsetzt. Dort wird von jeder Auflage 1 Buch gelagert. Nachdem es Arena seit 67 Jahren gibt, sind da wahnsinnig viele Titel zusammengekommen und wehe jemand legt aus Versehen ein Buch ins falsche Regal… dann kann man es schon fast als verschollen ansehen. Kerstin Gier hat übrigens (siehe oben) inzwischen alleine mit ihrer „Edelsteintrilogie“ fast 3 Regalbretter belegt. Der Wahnsinn, oder?

Die Veranstaltung neigte sich dann leider schon wieder dem Ende und so war es auch für uns leider viel zu früh Zeit wieder Abschied zu nehmen. Mein Sohn hatte nach der ganzen Informationsflut dann aber auch genug und wollte gerne fahren, während ich lieber noch ein wenig geblieben wäre, da ich sicherlich noch gefühlt 1.000 Fragen hatte und mich nicht sattsehen konnte.

So hieß es dann also „Tschüß, lieber Arena Verlag“. Wir möchten uns noch einmal bei Frau Riedel für den tollen Vortrag und die tolle, kindgerechte Aufbereitung bedanken. Außerdem natürlich ein herzliches Dankeschön an den gesamten Verlag für die Einladung und auch das Buchgeschenk. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir dabei sein konnten und würden uns freuen, wenn es nicht das letzte Mal wäre.

Eure
Noctana

2 Responses to [Verlagsbesuch] Zu Besuch beim Arena Verlag

  1. wayland liest sagt:

    Ein absoluter Büchertraum so zu arbeiten ist ja wirklich traumhaft!

    • Drachenleben sagt:

      Ohja, das haben wir uns auch gedacht. Die Jobs + so viele Bücher + die Location einfach ein Traum. Ich wäre am liebsten dortgeblieben.

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