[Rezension]Philippa Gregory – Schicksalstochter

Titel: Schicksalstochter
Reihe: Order of Darkness (Band 1)
Autor: Philippa Gregory
Übersetzer: Maren Illinger
Verlag: Fischer KJB
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Seiten: 352
ISBN: 9783733501662
Preis: 8,99 €

Inhalt in Kürze:

Italien 1453: Isobel, die 17-jährige Tochter des Fürsten von Lucretili trauert um ihren Vater. Doch wäre diese Sache nicht schlimm genug, soll sie, laut seinem letzten Willen, einen gewalttätigen und ungehobelten Prinzen ehelichen oder Äbtissin im Kloster werden. Da eine Ehe unter diesen Umständen nicht in Frage kommt, wählt sie schweren Herzens die zweite Möglichkeit und gibt ihre Freiheit auf. Doch kaum hat sie das Kloster erreicht, geschehen merkwürdige Dinge. Die Nonnen scheinen dem Wahnsinn zu verfallen und tragen die Wundmale Christi auf den Händen. Schnell fällt der Verdacht auf Isobel und ehe sie weiß wie ihr geschieht, ist sie der Hexerei angeklagt und soll verbrannt werden. Ihre einzige Chance ist Luca, der als Ermittler des Vatikans ausgesandt wurde um die Geschehnisse aufzuklären. Kann er ihre Unschuld beweisen?

Charaktere:

Es gibt einige Charaktere in diesem Buch, die erwähnenswert sind, doch die zentralen Rollen spielen Isobel und Luca. Beide sind noch recht jung und für die damalige Zeit ziemlich rebellisch.

Isobel ist die Tochter des Fürsten von Lucretili, einem ehemaligen Kreuzritter, und wurde nicht nur darin ausgebildet eine feine Dame zu sein und über die Gepflogenheiten des Hofes Bescheid zu wissen, sondern auch, wie man das Fürstentum verwaltet und wirtschaftet. Sie sollte nämlich die Ländereien in Italien erben, auch wenn es durch sein Testament völlig anders kam. Sie ist stur, ehrgeizig und lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Zwar kann sie nicht mit Waffen umgehen, dafür ist aber immer Ishraq, ihre Leibwächterin an ihrer Seite. Ishraq ist eine Osmanin, deren Mutter vom Fürsten von Lucretili aufgenommen und nach Italien gebracht wurde, und die Herzensschwester von Isobel. Nichts und niemand kann die beiden trennen.

Luca ist seit seinem 4. Lebensjahr im Kloster, denn seine Eltern wurden verschleppt und verkauft. Er hinterfragt vieles, liebt die Mathematik und lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Durch eine Berechnung seinerseits, die besagt, dass viele Reliquien in den Kirchen Fälschungen sein müssen, wird er der Gotteslästerung angeklagt. Statt ihm den Prozess zu machen, wird er in den Orden der Finsternis, berufen, der unnatürliche Geschehnisse untersuchen und aufklären soll, und als Ermittler ausgebildet. Ihm zur Seite stehen Bruder Peter, ein strenggläubiger Mönch, der als Schreiber fungiert, sowie Freize ein Küchenjunge, der jedoch gut mit Tieren umgehen kann und eine Menge gesunden Menschenverstand mitbringt. Freize hat mir persönlich am besten gefallen, denn mit seiner lockeren Art und lustigen Sprüchen bringt er ziemlich viel Witz in die Geschichte. Besonders da er Luca und Peter, mehr als einmal, mit seinen Aussagen zur Weißglut treibt.

Die Handlung und der Stil

Die Handlung ist eine Mischung aus historischem Roman und Krimi und obwohl einige Dinge vorhersehbar sind – wobei das auch gewollt sein könnte – bleiben andere Dinge vollkommen im Verborgenen. Nach einem kurzen Vorgeplänkel nimmt die Handlung recht schnell an Spannung zu und es gibt auch einige überraschende Wendungen. Die Charaktere verhalten sich alle sehr authentisch und für die Zeit angemessen. Trotzdem gibt es witzige Momente, die das Buch auflockern und in meinen Augen zu etwas besonderen machen. Meistens sind historische Romane, oder wie in diesem Fall ein historischer Krimi, ziemlich ernst und lassen nicht viel Raum für solche Dinge, weil es die Thematik nicht zulässt. Auch in diesem Buch gibt es viele ernste Momente und schwierige Themen, aber an den richtigen Stellen schafft die Autorin durch Freize alle zu überraschen ohne das es deplatziert wirkt. Die Wortwahl und auch der Satzbau gefallen mir richtig gut, da sie ermöglichen richtig tief in die Geschichte einzutauchen und sich vollkommen darin zu verlieren. Ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit und die Seiten verflogen sind und als ich das letzte Wort gelesen habe, war ich überrascht, dass es schon vorbei war.

Fazit:

Für alle Freunde von historischen Romanen bzw. historischen Krimis kann ich das Buch nur empfehlen. Es gibt hochmütige Priester und schlaue Bauern, Intrigen und Hass, Liebe, Räuber und eine gute Portion Humor. Eigentlich alles, was ein gutes Buch braucht. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und ich bin schon neugierig was mich in den anderen Büchern der Trilogie erwartet. Von mir gibt es jedenfalls.

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