[Rezension] Kenneth Oppel – Das Nest

Titel: Das Nest
Autor: Kenneth Opel
Übersetzer: Jessica Komina & Sandra Knuffinke
Illustrator: Jon Klassen
Verlag: Dressler
Genre: Jugendbuch ( 11 – 13 Jahre)
ISBN: 9783791500058
Preis: 12,99€

Inhalt in Kürze:

Steve hat einen kleinen Bruder bekommen. Doch das Baby ist schwer krank und niemand weiß ob es überhaupt überleben wird. Eines Tages wird Steve von einer merkwürdig aussehenden Wespe gestochen und in der darauffolgenden Nacht hat er einen wirren Traum, von Wesen, die meinen, sie könnten seinen kleinen Bruder helfen. Steve freut sich darüber, denn auch wenn er weiß, dass es nur ein Traum war, konnte er daraus neue Kraft und Hoffnung schöpfen. In der nächsten Zeit träumt er mehrmals von diesen Wesen und er merkt, dass die Grenzen zwischen Traum und Realität verschwimmen und das die Geschöpfe, die er am Anfang für Engel hielt, in Wirklichkeit Wespen sind, die einem schrecklichen Plan nachgehen. Kann Steve sie aufhalten?

Charaktere:

Steve ist kein gewöhnlicher Junge, sondern hat ein ziemlich schweres Leben. Er leidet an verschiedensten Phobien, hat oft Albträume und eine Zwangsstörung, weswegen er sich immer wieder die Hände waschen muss. Außerdem hat er eine Wespenallergie. Zu Dr. Brown, dem Psychologen zu dem er ab und zu geht, hat er einmal gemeint, er fühle sich wie in Scherben und nicht intakt. Da sein jüngerer Bruder schwer krank ist und seine Eltern sehr oft im Krankenhaus sind, haben sie dementsprechend wenig Zeit für ihn. Insgesamt belastet ihn die gesamte Situation und die Stimmung im Haus enorm und er wünscht oft, dass es seinem Bruder endlich besser gehen soll. Aber trotz aller Schwierigkeiten und Probleme liebt er sein Geschwisterchen und würde es für nichts auf der Welt hergeben.

Die Eltern sind mit der Situation völlig überfordert und oft am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem versuchen sie immer für ihre Kinder da zu sein und schaffen es auch mehr oder weniger gut. Immerhin sind sie auch nur Menschen.

Die Handlung:

Für mich ist es relativ schwer das Buch richtig einzuordnen, aber am ehesten würde ich es Mysterythriller nennen. Ein Jugendbuch ist es aber auf keinen Fall, vor allem nicht für 11-jährige. Selbst 13-jährige sollten nicht zu sensibel sein, wenn sie das Buch in die Hand nehmen und allen Erwachsenen, die panische Angst vor Wespen haben, würde ich ebenfalls von diesem Buch abraten. Neben der enorm düsteren Grundstimmung halte ich vor allem die Ereignisse, aber auch die Wortwahl in den letzten Kapiteln für nicht kindgerecht und viel zu brutal. Ich würde es meinem Sohn jedenfalls noch nicht in die Hand geben.

Lässt man diese Dinge jedoch außer Acht, hat man ein Buch vor sich, dass einen sehr nachdenklich machen kann. Es befasst sich mit der Thematik wie viel ein Leben wert ist. Ist ein Kind, dass vielleicht niemals richtig laufen, essen oder sprechen kann, weniger Wert als ein gesundes Kind? Wäre es toll, wenn man sein krankes Kind, durch exakt das Gleiche ersetzen kann, nur dass es nicht mehr krank ist (Klonen/Genmanipulation)? Natürlich wird Letzteres in dem Buch nicht in dieser Form dargestellt, aber der Grundgedanke ist der Gleiche.

Da Steve als Protagonist noch sehr jung ist, ist die gesamte Handlung auch seinem Alter angepasst. Man durchlebt mit ihm seine Ängste, hofft darauf, dass er den Aufgaben, denen er sich gegenüber sieht, gewachsen ist und fühlt seine Verzweiflung, wenn er nicht mehr weiter weiß. Mir hat das sehr gut gefallen, obwohl zum Schluss die Sache doch ein wenig konstruiert wirkt, denn nach der Charakterisierung der Mutter, hätte es zu dieser Situation eigentlich nicht kommen dürfen. Aber das ist nur ein kleines Manko und kann vernachlässigt werden.

Fazit:

Der Autor hat es geschafft einen interessanten Mysterythriller in Form eines Jugendbuches zu schreiben, der die Gefühle einer Familie mit einem schwerkranken Kind einfängt und gleichzeitig noch weitere ernste Themen behandelt. Erwachsene kann es zum Nachdenken anregen, für Kinder ist es bis zu einem gewissen Grad sicherlich eine spannende Geschichte, aber zum Schluss hin, wird es für meinen Geschmack zu gruselig und brutal. Eltern sollten das Buch jedenfalls vorab lesen, um zu entscheiden, ob sie ihrem Kind das Buch zumuten können.

Für die Charaktere, die Handlung und die Umsetzung gibt es

aber da die Geschichte meiner Meinung nach vollkommen an der Zielgruppe vorbei ist, gibt es noch eine zweite Wertung, die sich speziell auf die Zielgruppe 11 bis 13 Jahre bezieht und hier sind leider nur

drin.

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