[Rezension] Anika Oeschger – E. J. und das Drachenmal

Titel: E.J. und das Drachenmal
Autor: Anika Oeschger
Verlag: Riverfield
Genre: Phantasy
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783952446324
Preis: 19,90€

Inhalt in Kürze:

Emilia Jane, kurz E.J., ist eine ganz gewöhnliche 16-jährige Schülerin, mit ganz alltäglichen Problemen. Klamotten, Filme und Jungs stehen ganz oben auf ihrer Tagesordnung. Das ändert sich schlagartig, als sie sich eines Tages mit einem merkwürdigen Artefakt im Büro ihres Vaters – der Archäologe ist und gerne Arbeit mit nach Hause nimmt – am Finger verletzt.. Wenn sie wütend wird, werden ihre Hände plötzlich glühend heiß, sie kann Luftwirbel sehen und kurz darauf spuckt sie auch noch eine blaue Flüssigkeit in großen Mengen aus. Als dann auch noch ein Mal in Form eines Drachen auf ihrem Arm erscheint, wendet sie sich hilfesuchend an ihre Großmutter, welche eine Nachfahrin der keltischen Druiden ist. Diese offenbart, dass E.J. eine Gezeichnete ist, eine Auserwählte im den Kampf gegen den “Dunklen Meister” und die vier Elemente beherrschen kann. Zuerst völlig überfordert nimmt sie ihre Gabe schnell an und beginnt den Kampf gegen ihre Widersacher.

Charaktere:

E.J. ist zumindest am Anfang noch authentisch und hat genau die Probleme, die ein Teenager in diesen Jahren eben hat. Während die Handlung fortschreitet, ist sie zwar immer noch sympathisch, aber leider nicht mehr glaubwürdig. Sie nimmt ihre Fähigkeiten und die dazugehörigen Aufgaben viel zu schnell an, macht sich viel zu wenige Sorgen um ihr Umfeld und ist meiner Meinung nach in zu kurzer Zeit viel zu abgeklärt. Es fehlt der Konflikt, das Hadern, die Angst. Sich mit ihren Fähigkeiten vor ihren Mitschülern zu blamieren, scheint um ein Vielfaches schlimmer zu sein, als in einen Kampf auf Leben und Tod verwickelt zu werden. Dasselbe gilt für die Freunde, die sie unterstützen. Selbstlos und ohne Rücksicht auf das eigene Leben stürzen sie sich in die Gefahr. Klingt zwar ganz nett, ist aber unter den gegebenen Bedingungen einfach nicht glaubwürdig.

Die Handlung:

Die Handlung ist zwar im Grunde ganz nett, aber die Umsetzung ist leider mangelhaft. Gut, man muss dazu sagen, dass die Autorin etwa im Alter ihrer Protagonistin war, als sie das Buch geschrieben hat und dafür war es schon nicht schlecht. Leider muss ich sagen, dass ich vom Verlag bzw. vom Lektor, sollte es einen gegeben haben, ziemlich enttäuscht bin, dass sie so ein Buch veröffentlicht haben. Etliche Logikfehler, falsche Schwerpunkte, unglaubwürdige Begebenheiten, zu viele unnötige Details einerseits, dafür fehlende Tiefe andererseits. Vor allem das Ende hat mich maßlos enttäuscht, da ich mir einfach viel mehr erwartet hatte. Hunderte Seiten lang wurde sich auf den großen Endkampf vorbereitet und bevor er richtig angefangen hat, war er durch eine unglaubwürdige Handlung, die an Kitsch nicht mehr zu überbieten war, schon wieder vorbei. Außerdem sind unzählige Fragen offen geblieben, die mindestens einen weiteren Teil erfordern. Aber ob es diesen je geben wird bleibt abzuwarten. Aktuell sieht es nicht danach aus und da die Autorin auch reift und sich ihr Stil ändern wird, bin ich mir nicht sicher, ob sie sich je wieder in diese Welt einfinden kann.

Der Stil:

Beim Stil war ich angenehm überrascht, da ich das Buch doch recht flüssig lesen konnte. Man merkt aber, dass die Autorin aus der Schweiz kommt, da es einige Formulierungen gibt, die im deutschen Sprachgebrauch nicht verwendet werden. Das hat aber meinem Lesefluss nicht wirklich behindert. Was jedoch etwas nervig war, waren einige Rechtschreibfehler und vor allem die Tatsache, dass man sich bei einem Namen nicht entscheiden konnte, wie man ihn schreiben wollte. Gut, es war nur ein Nebencharakter und auch nur für 3-4 Seiten relevant, aber wenn man den Namen in einer Zeile auf zwei verschiedene Arten schreibt muss man doch den Kopf schütteln, dass sowas nicht gesehen wird.

Fazit:

Interessante Idee, aber schlechte Umsetzung. Bei der Autorin kann man das noch durch ihre Jugend entschuldigen. Ihr Talent ist erkennbar, aber es fehlt noch die professionelle Unterstützung und der Feinschliff. Etwas, das eigentlich vom Verlag bzw. vom Lektor kommen sollte. Leider war das hier nicht der Fall und so leid es mir für die Autorin tut, kann es keine bessere Bewertung geben.

2 Responses to [Rezension] Anika Oeschger – E. J. und das Drachenmal

  1. Julia sagt:

    Hallo Beluri
    Puh, da bin ich aber froh. Ich habe das Buch letztes Jahr gekauft und bis zur Hälfte gelesen. Danach habe ich es abgebrochen. Die Geschichte hatte durchaus Potenzial und ich war gespannt, wie das Buch einer 16-jährigen sein würde. aber ich ging wohl mit einer falschen Erwartung an das Buch, weshalb es mich nur wenig überzeugen konnte. Das Buch habe ich inzwischen an eine Schulbibliothek abgegeben, da vielleicht jüngere Leser mehr Spass daran haben als ich :)
    Liebe Grüsse
    Julia

    • Drachenleben sagt:

      Hallo Julia,

      keine Sorge, das kann jedem einmal passieren. Also mit falschen Erwartungen ins Buch gehen. Ich habe mir zum Glück nicht viel erwartet, da Noctana das Buch schon vor einem Jahr gelesen hat. Damals hat sie aber auf eine Rezension verzichtet und deshalb durfte ich die Sache nun übernehmen. Potenzial hatte die Geschichte, da sind wir uns ja einig, aber die Autorin war noch zu jung und unerfahren um wirklich etwas daraus zu machen. Gut, Christopher Paolini war auch erst 16 als er mit Eragon anfing. Aber er ist wohl eher die Ausnahme der Regel. Außerdem hatte er Hilfe von seiner Familie. Anika hätte das wohl auch nötig gehabt. Talent hat sie und es gehört einiges dazu mit 16/17 schon ein Buch mit 300 Seiten zu schreiben, aber es hätte noch einige Male überarbeitet und verbessert werden müssen, damit daraus etwas brauchbares hätte werden können. Wie auch immer. Sollte sich Anika entschließen irgendwann ein neues Buch zu schreiben, werde ich sicherlich auch da reinlesen. Einfach um zu erfahren wie sie sich entwickelt hat.

      Drachige Grüße
      Beluri

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