[Schreiben] Ich, die Autorin

Ich, die Autorin

Hallo ihr Lieben,

nach langem Überlegen, habe ich mich entschlossen, diesen Schritt zu gehen. Es fällt mir nicht gerade leicht, da ich nicht der Typ Mensch bin, der sich gerne in den Mittelpunkt stellt. Die erste Frage, die da kommt: „Aber du bist Blogger!?“ Stimmt, das bin ich. Allerdings steht in diesem Blog weniger meine Person im Mittelpunkt und mehr die Bücher, die ich lese, die Dinge, die ich koche, liebe und sammle. Darüber kann man diskutieren. Mit dem Schritt mich selbst auch als Autorin zu präsentieren, mache ich einen großen Schritt nach vorne, denn die Aufmerksamkeit richtet sich dann deutlich mehr auf meine Person und auf die Dinge, die ich selbst schaffe. Natürlich ist das bei Kochrezepten genauso, allerdings steckt in einem Kochrezept nur ein Bruchteil der Arbeit drin. Wenn es euch nicht zusagt, okay, dann hat es mich nicht Monate gekostet es zu entwickeln. Wenn ich schreibe, dann ist das allerdings anders.

Manch einer von euch wusste bereits, dass ich schreibe, für all jene, die davon noch gar nichts wussten, möchte ich meine Schreiberei einfach kurz vorstellen. Das ist gerne schreibe, hat sich bei mir schon sehr früh gezeigt. Kaum konnte ich schreiben und es ging in der Schule mit „kleinen“ Aufsätzen los, kannte ich kein halten mehr. Egal, wie das Thema war, wenn die Vorgabe war, mindestens 1 Seite, dann schrieb ich 5 (und musste mich dann bremsen, weil die Zeit zu Ende war). Im Gymnasium haben mir meine Lehrer schnell die doppelte Menge Papier ausgeteilt, damit ich nicht so oft durchs Zimmer lief um nachzuholen, denn 16 Seiten Aufsatz waren da keine Seltenheit. So im Nachhinein, taten sie mir wirklich Leid, weil sie das ja auch alles korrigieren mussten.

Zu den ersten eigenen Texten haben mich 2 Dinge inspiriert. Zum einen habe ich in der 6. Klasse eine Fantasy-Kurzgeschichte über eine Spatzen-Reisegruppe geschrieben, weil ich davon immer wieder geträumt habe (fragt einfach nicht^^). Zum anderen habe ich zur gleichen Zeit auch die Lyrik für mich entdeckt und mein erstes Gedicht geschrieben, inspiriert von einem Gedicht, welches wir in der Schule lernen mussten. Es war übrigens dieses hier:

Er ist’s
Eduard Möricke

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Nachdem ich es auswendig konnte, habe ich mich bei meinen Großeltern auf die Wiese gelegt und den halben Nachmittag damit verbracht mein erstes Gedicht zu schreiben. Es handelte übrigens von Ameisen.

Ich, die Autorin
Ja, das klingt alles sehr kindlich und naiv, aber im Laufe der Zeit wurden meine Texte ernster. Als Teenager habe ich mit Gedichten das Mobbing meiner Schulkameraden und meinen Hass auf die Gesellschaft, die einfach nur zugesehen oder sich ebenfalls das Maul zerrissen hat (man hat ja mal gehört, dass… blabla, kennt man ja). Allerdings habe weiter fantastische Gedichte geschrieben, die ersten längeren Skripte, die ich leider alle vernichtete habe, weil ich sie doof fand (fragt nicht, was ich alles weggeworfen/gelöscht habe, nur weil es nach dem Runterschreiben nicht perfekt war). In den letzten 17 Jahren sind auf diese Weise mehr als 1.000 Gedichte entstanden und in den letzten Jahren wage ich mich vermehrt auch wieder an längere Werke.

Auch wenn ich bereits 3x in Anthologien veröffentlicht bin – darüber an anderer Stelle mehr – hatte ich immer das Gefühl, dass ich mich selbst nicht Autorin nennen sollte. Kurze Texte kann ja jeder. So zumindest war lange meine Denkweise. Selbst der Zuspruch von vielen Seiten, auch ganz unabhängige, hat daran wenig geändert. Erst das Bloggen und meine Arbeit als Lektorin haben mir dafür eine andere Sichtweise gegeben. Denn kurz kann nicht jeder und noch lange nicht jedes Buch taugt etwas, nur weil es gedruckt wurde. Letztendlich waren es aber genau diese Komponenten, die mir selbst den nötigen Tritt gegeben haben und mich dazu gebracht haben, meine Meinung zu ändern und eigene Buchprojekte voranzutreiben.

Ideen und Plots habe ich wie alle Autoren so einige in der Schublade, ebenso genug angefangene Skripte. Viele würden am liebsten sofort geschrieben werden, allerdings habe ich das ungeheure Glück, dass eines besonders gut passt und ich somit im Januar 2018 debüttieren kann. Oh Gott, dass ist ja nur noch ein halbes Jahr *panisch werd*.

Warum ich hier noch nicht weiter mit der Sprache rauskomme? Nun ja, das ist alles leider noch streng geheim und ich kann leider noch nicht darüber reden. Allerdings möchte ich euch zwischendurch einfach ein wenig an meiner Schreiberei teilhaben lassen. Bis ich übers Buch erzählen kann, gibt es schließlich noch genug andere Sachen, wie das Schreiben, meine früheren Werke oder die bisherigen Veröffentlichungen betreffen, über die ich euch erzählen kann.

Für heute wars das jedoch und ich hoffe sehr, dass euch mein kleiner Ausflug in mein Schreibleben gefallen hat. Sagt mir gerne eure Meinungen dazu und auch, ob ihr davon mehr lesen wollt oder lieber nicht.

Liebe Grüße
Noctana

 

3 Responses to [Schreiben] Ich, die Autorin

  1. Ich habe größten Respekt vor allen, die mit ihren Texten an die Öffentlichkeit gehen :) Und ich bin sehr sehr gespannt auf das, was von Dir kommt!

    Mir sagen einige meiner Freunde, die nicht in der Buchwelt so verwurzelt sind, wie wir Blogger, dass ich auch was eigenes schreiben soll. Aber so weit bin ich nicht. Ich habe da was in meinem Kopf, eine böse Soziopathin, die ihre Geschichte erzählen möchte, aber da ich beruflich sehr sehr eingespannt bin, wenig Zeit habe, die man Freizeit nennen kann, hab ich sie bisher am ausbrechen ghindert ;-) Ich weiß auch nicht, ob sie jemals das Licht der Bücherwelt erblicken wird, dazu müssen mehrere Faktoren für ihre Freiheit sprechen *gg*

    Aber ich denke, Du bist schon weit darüber hinaus und ich drücke Dir alles, was man drücken kann für Dein erstes öffentliches Baby und freu mich drauf, das dann auch kennen zu lernen :)

    Liebe Grüße
    Bine

  2. Silke S. sagt:

    Das klingt nicht nur als wärst du zum Schreiben geboren, sondern als hättest du auch sehr hohe Ansprüche an dich selbst. Da könnte sich zwar manch ein bekannter Autor mal eine Scheibe von abschneiden, aber übertreib es nicht, sonst machst du dich am Ende noch selbst fertig. Ich jedenfalls vertraue spätestens nach diesem Artikel voll und ganz auf dein Können.

    Dann wünsche ich dir mal viel Erfolg mit deinem Projekt und vor allem weiterhin viel Spaß. Ich bin schon gespannt, was du uns an guten Büchern in die Welt bringst. :)

  3. Charlie sagt:

    Liebe Noctana,

    ich find deinen Post, auch wenn du noch nicht so viel über dein Buch verrätst ;), äußerst spannend! Ich mag es total, etwas über die Anfänge, Probleme und Arbeit von Autoren zu lesen.
    Und ja, ich finde, dass du eine Autorin bist. Eigentlich ist man Autor/in, wenn man sich so sieht, finde ich. Dafür muss man noch keinen Bestseller geschrieben oder in einem großen Verlag veröffentlicht haben. Kurze Texte, die trotzdem viel aussagen, sind mindestens genauso schwer zu schreiben und literarisch wertvoll wie gute Romane!

    Ich bewundere jeden Menschen, der es schafft, seine Ideen auszuarbeiten, vollständig zu Papier zu bringen und zufrieden mit ihnen zu sein. Dazu gehört nicht nur Fantasie, sondern auch eine Menge Durchhaltevermögen. Da mir das fehlt, bewundere ich es umso mehr bei anderen. Ich bin immer noch in dem Stadium, indem ich alles wieder lösche oder wegwerfe, weil es nicht sofort perfekt ist ;).

    In diesem Sinne: Ich bin gespannt auf weitere Berichte aus deinem Schreibleben und natürlich auf Informationen über dein Buchprojekt :).

    Liebe Grüße,
    Charlie

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