[Autorenleben] Die Sache mit dem Pseudonym

Pseudonym

Hallo ihr Lieben,

wie die Überschrift ja schon verrät, geht es um das leidige Thema Pseudonym. Ich denke, mit dieser Thematik muss sich jeder Autor früher oder später einmal befassen, denn es gibt ja die verschiedensten Gründe, warum man sich ein Pseudonym zulegt. Zu den häufigsten gehören:

6 Gründe für ein Pseudonym

– Ein Autorendasein würde im Brotjob nicht gerne gesehen werden.
– Man möchte seine Identität schützen (auch oft im Zusammenhang mit Kindern).
– Der eigene Name passt nicht zum Genre (Jonas Hackebeil liest sich auf einem Erotikbuch z.B. eher seltsam.).
– Erfolg im geschriebenen Genre wird eher dem anderen Geschlecht zugesprochen (z.B. High Fantasy ist immer noch eine absolute Männerdomäne).
– Neuer Name bei neuem Genre (Leser verbinden mit einem „Fitzek“ nun mal Thriller, und wenn dann auf einmal ein historischer Roman dazwischen wäre, wären die Leser wohl sehr vor den Kopf gestoßen.)
– bei komplizierten Klarnamen.

Warum ein geschlossenes Pseudonym?

Manche dieser Gründe sprechen für ein geschlossenes Pseudonym. Das bedeutet, dass niemand weiß, wer der Autor ist und es gibt auch keine öffentlichen Auftritte. Das macht z.B. Sinn, wenn man in seinem Brotjob verbergen muss, was man schreibt. Die Vermeidung der öffentlichen Auftritte ist deshalb entscheidend, denn wenn erstmal die ersten Bilder im Netz kursieren, dauert es nicht mehr lange, bis irgendjemand sie entdeckt, der es besser nicht sollte und schon verbreiten sie sich wie ein Lauffeuer. Einem Gynäkologen, der z.B. BDSM-Erotik schreibt, könnte das leicht die Existenz kosten.

Dieser Schritt des geschlossenen Pseudonyms kam für mich persönlich allerdings nicht in Frage. Denn so gut sie für die Privatsphäre sein mögen, so haben sie doch einen entscheidenden Nachteil: Sie entziehen dem Autor eine Menge Möglichkeiten der Vermarktung. Messeauftritte, Lesungen, Signierstunden sind nur einige davon. Da ich vorerst aber bewusst im Selfpublishing bleiben möchte, kann ich mich auch nicht selbst dieser Möglichkeiten berauben, denn dann wäre es vollkommener Unsinn, überhaupt anzufangen.

Pseudonym

So schön die Maske auch ist… immer dahinter verstecken? Nein, danke!

Das offene Pseudonym

Also kam die nächste Überlegung auf mit einem offenen Pseudonym, bei dem jeder weiß, wer dahinter steckt, aber eben der Name ein anderer ist. Nachdem ich es, ehrlich gesagt, nach 30 Jahren leid bin, meinem Umfeld immer und immer wieder meinen Nachnamen anzulernen, da dieser grundsätzlich falsch ausgesprochen wird, habe ich beschlossen, dass er – obwohl schon bei kleinen Veröffentlichungen genannt –, in Zukunft höchstens noch für die Veröffentlichung von Gedichten genutzt wird. Für sämtliche Veröffentlichungen im Bereich Fantasy und Jugendbuch werde ich mir ein Pseudonym zulegen, das mich deutlich weniger Nerven kostet.

Tja, da war die Entscheidung dann auch schon gefallen. Allerdings kam jetzt erst die richtige Arbeit, denn schließlich musste ich ja festlegen, welchen Nachnamen ich mir als Pseudonym zulege. Mein Vorname musste bleiben, das war von Anfang an klar, denn ich reagiere echt schlecht auf andere Ansprachen. Selbst beim Onlinegamen hat das immer eine halbe Ewigkeit gedauert, bis ich mich da einfinden konnte.

Welches Pseudonym darfs nun sein?

Zuerst hatte ich einige Wortspielereien im Kopf, aber die hatten letztlich dann einfach nicht genug mit mir zu tun, um sich durchzusetzen. Am Ende war die Entscheidung relativ einfach:

Meine Veröffentlichungen werden unter dem Mädchennamen meiner Mutter, sprich dem Namen meiner Großeltern erscheinen. Ein Schnellcheck auf Amazon hat mir auch keine Doppelungen dafür gezeigt, also passt es perfekt, und da ich es aus frühester Kindheit gewohnt bin mit „Du bist doch die kleine Schuh“ angeredet zu werden, gibt es ab demnächst Fantasy- und Jugendbücher aus meiner Feder unter dem Namen

„Sabrina Schuh“

zu kaufen!

Was sagt ihr denn dazu? Habe ich alles richtig gemacht oder gefällt euch das Pseudonym so gar nicht?

Liebe Grüße
Noctana

6 Responses to [Autorenleben] Die Sache mit dem Pseudonym

  1. Cara Ro. sagt:

    Hey, ein toller Beitrag :) Ich lese immer gern, was andere über Pseudonyme denken. Ich selbst schreibe auch und werde ebenfalls unter Pseudonym veröffentlichen. Mein Name macht sich nicht gut auf Buchcovern, den haben schon zu viele Leute in zu vielen Variationen falsch geschrieben :D Leider ist es mit dem Mädchennamen meiner Mutter genauso. Daher gibts einen Pseidonymnachnamen, der mir für meine Schreiberei sehr viel bedeutet und mit dem außer meinen engsten Freunden niemand was anfangen kann ^^

    Liebe Grüße
    Cara

    • Drachenleben sagt:

      Hallo Cara,

      oh noch eine Leidgeplagte. Ich würde ja sagen, es freut mich, aber nein, das passt nicht. Trotzdem ist es schön zu hören, dass nicht nur ich mir so viel darüber den Kopf zerbreche. Rechtschreibfehler in den Namen sind echt immer total blöd und als Autor möchte man ja doch gerne richtig geschrieben werden. Deine Wahl kann ich sehr gut nachvollziehen, sowas ist auch etwas ganz tolles. Was schreibst du denn?

      Drachige Grüße
      Noctana

  2. Jeanette sagt:

    Hallo Sabrina,
    ich finde deine Argumentation sehr gut. Auch die Entscheidung was es für ein Pseudonym werden soll.
    Schlimm finde ich Pseudonyme die sich anhören wie aus einen billigen Porno, oder aber unaussprechlich sind.

    Sabrina Schuh, finde ich gut!

    Lieben Gruß

    Jeanette von eine Bücherwelt

    • Drachenleben sagt:

      Hallo Jeanette,
      o Gott, nein, wie aus einem billigen Porno finde ich selbst bei Erotik schlimm und unaussprechlich… na da hätte ich ja meinen Klarnamen dann auch behalten können^^

      Ich freu mich, dass der Name bei dir gut ankommt.

      Drachige Grüße
      Noctana

  3. Ich habe mir solche Gedanken, als bisher nur-Leserin, echt noch niemals gemacht. Aber das klingt alles sehr sehr schlüssig, wie Du das darlegst :)

    Und Sabrina Schuh…hat man noch nie gehört bisher, also könnte das echt was werden! Kurz, aber nicht zu kurz, nicht negativ belegt…. Ich bin gespannt!

    Liebe Grüße
    Bine

    • Drachenleben sagt:

      Hallo Bine,

      das freut mich, dass du da so positiv über den Namen denkst. Als Leserin habe ich mir so Gedanken auch nie gemacht. Das Problem trat wirklich erst mit dem Schreiben auf und ich hatte gar nicht erwartet, dass es so kompliziert ist.

      Drachige Grüße
      Noctana

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