[Chronistentage] Treffen mit dem Ältesten Chronisten – Elementarsturm-Chronik

elementarsturm

Huhu ihr Lieben,

wie angekündigt startet heute die Blogtour zu „Die Elementarsturm Chroniken“ von Kieran L. McLeod. Allerdings nicht wie geplant bei der lieben Melanie von Chias Leseecke, die auch diesen Beitrag verfasst hat, sondern bei mir. Nachdem Melanies Technik streikt, übernehme ich ihren Beitrag, aber wenn er euch gefällt gebühren alle Lorbeeren ihr. Und nun Blogtour ab.

Huhu ihr Lieben,

damit ihr richtig eingestimmt werdet, gibt es heute ein Interview mit dem Autor. Ich wünsche euch viel Spaß damit.

Hallo und guten Tag Herr Kieran L. McLeod. Ich freue mich, dass ich Ihnen heute im Rahmen der Blogtour ein paar Fragen stellen darf. Irgendwie komme ich mir dabei ein bisschen vor wie Samhein, wenn er vor seinem Meister und Lehrer Tananeas steht und ihn ausfragen. Aber auch ein Lehrer stellt sich oft kurz vor. Was gibt es denn von Ihnen spannendes zu erzählen?

Ich stamme aus Wales, aus Caerphilly genauer. Einer Kleinstadt am südlichen Ende des Rhymney Valley, bekannt für seinen gleichnamigen krümeligen Käse. Ich weiß, nicht sehr beeindruckend. Dafür haben wir aber mit Caerphilly Castle eine wundervolle Wasserburg, die größte noch erhaltene Burg dieser Art in ganz Europa. Die auch eine Rolle in den Chroniken spielt. Heute lebe und arbeite ich als Wirtschaftsredakteur in Deutschland, bin aber viel auf Reisen, Teile meiner Veröffentlichungen sind auch in San Francisco und Seattle entstanden. Meine Familie, meine Frau und meine knapp zwei Jahre alte Tochter, lebt mit mir in einem schönen kleinen, badischen Dörfchen.

Jetzt kommen wir erst mal zum Buch. Mit welchem Gedanken ist die Idee von „Die Elementarsturm Chroniken“ ins Rollen gebracht worden?

Der Mensch ist sehr vom Schicksal fasziniert, wieso passiert etwas und warum ausgerechnet mir – und hätte nicht alles ganz anders kommen können? Besonders für ein Unglück suchen wir nach einem Grund, nach einem Auslöser. Es hat irgendwie etwas Tröstliches, wenn etwas nicht grundlos geschieht. Die Geschichte bietet besonders große „Unglücke“, wie Krieg und Zerstörung, die ganze Landstriche verwüsten und Elend und Leid mit sich bringen. Was wäre, wenn für den Großteil der „Unglücke“ in der Menschheitsgeschichte eine externe Kraft verantwortlich wäre? Wenn man tatsächlich jemanden oder etwas für all das Unglück verantwortlich machen könnte? Das war die vage, philosophisch anmutende Idee, die ganz am Anfang stand. Daraus entstand Barré, der dunkle Magier, der auf der Erde sein Unwesen treibt, dann sein Gegenspieler Lethar. Und schließlich unser Protagonist Stuart, der in der Gegenwart über ein Familiengeheimnis aus dem Mittelalter stolpert. Die historisch reelle Gestalt des König Edward, der eine sehr tragisches Schicksal erleidet, ist mit Caerphilly Castle verbunden. Seine Geschichte ergab nahezu automatisch, durch die Ortwahl von Caerphilly Castle, die historische Rahmenhandlung des Prologs. Anfangs war noch nicht klar, wohin sich die Geschichte entwickelt. Fantasy oder Science Fiction, ich wusste es nicht. Stuart, Martin und deren Lebensgeschichte hatte ich immer vor Augen, neben der Grundidee war aber nicht viel mehr vorhanden. Vor mehr als zehn Jahren sind die ersten Seiten entstanden, dan n wurde mein Leben turbulenter und das Projekt verschwand in der Schublade. 2016 habe ich es wieder ausgegraben, die ersten paar Dutzend Seiten genommen und wieder begonnen zu schreiben. Schnell stellte sich heraus, dass nur eine Richtung sich für Stuarts Schicksal richtig anfühlte: Science Fiction verschwand und ein High-Fantasy-Plot entwickelte sich. Anfangs war ich eher Bauchschreiber, mittlerweile existiert ein Masterplot samt Ende für die komplette Roman-Reihe, die mindestens noch zwei Bücher mit etwa 700 Seiten hervorbringen wird.

Sie haben die ganze Geschichte ja nicht alleine geschrieben, sondern haben sich Hilfe geholt. Wie kam es dazu?

Geschrieben habe ich die Geschichte tatsächlich alleine, aber dabei haben mich von Anfang an viele Leser aktiv begleitet. Ein Autor hat normalerweise eine handvoll ausgewählter, vertrauenswürdiger Testleser. In meinem Fall habe ich ich öffentlich nach Testlesern gesucht und etwa 10-15 Lesern die erste Episode übergeben. Heute dürften es etwa 50 Testlester sein, die meinen Schreibprozess begleiten. Außerdem beachte ich jeden Leser, der sich an einer Leserunde beteiligt und jeden Blogger, der etwas über die Elementarsturm-Chroniken schreibt. DIe Idee dahinter ist simpel: Ich schreibe für Leser, wieso sollte ich dann nicht mit meinen Lesern darüber sprechen, was ihnen gefällt und was nicht? Und den Leser ein Mitspracherecht einräumen? Autoren schreiben heute längst nicht mehr im stillen Kämmerlein. Dialog mit Leser ist Pflicht. Wie war das Ganze dann beim Schreiben organisiert? Ich veröffentliche im ersten Schritt Fortsetzungsromane, Episoden, die etwa ein Drittel des Buches umfassen. Meine Testleser erhalten ein Manuskript, das kommt mit Anmerkungen wieder zu mir zurück, es folgt eine Umfrage mit gezielten Fragen zu den Vorlieben der Testleser und dann wird die Episode überarbeitet veröffentlicht. Danach folgen Leserunden mit Bloggern und auf Social-Reading-Plattformen. Ich höre sehr genau hin, was den Lesern gefällt und was nicht. Schließlich bekommen alle Leser, die meinen Newsletter abonniert haben, eine Umfrage, die ermitteln soll, was sich die Leser für die nächste Episode wünschen: Mehr von Figur A oder B? Mehr Action oder mehr Ruhe? Vielleicht etwas Romantik (Deshalb zeichnet sich im letzten Drittel des Buches eine Lovestory ab.) Ich behalte immer noch die Kontrolle über die Geschichte, aber wie sie erzählt wird, darüber kann der Leser mitbestimmen. Die Episoden wurden dann nochmals überarbeitet und es wurden sogar Kapitel hinzugefügt, weil sich Leser über bestimmte Aspekte beschwerten, die nicht aufgelöst wurden. Ganz zum Schluss wandern alle Episode in einen Roman, der nochmals mit Hintergrundgeschichten angereichert wird und rund 20 Prozent mehr Inhalt bietet – die Haupthandlung bleibt aber unverändert. Episodenleser verpassen keine Handlung, das ist mir wichtig.

Kommen wir nun zur Geschichte selbst. Es gibt neben der Erde noch eine andere Welt, nämlich Gaetan. Wie ist diese Welt für Sie entstanden?

Das ist ein wenig wie ein Entdecker, der sich Schritt für Schritt auf einen wolkenverhangenen Kontinent wagt. Man macht einen ersten Schritt und erschafft einen Ort, in diesem Fall die Zitadelle von Tjurn. Das lüftet die ersten Wolken auf der Landkarte. Es wird mehr sichtbar von Gaetan. Dann verlege ich Handlung dorthin, und automatisch stellt sich die Frage, wer auf Gaetan lebt. Das erste fremde Volk, die Throc, entstehen. Und ab hier wird der Radius auf der Landkarte ausgeweitet. Es folgen erste Städte, Ländergrenzen. Die Historie des Landes entfaltet sich vor mir und verliert sich in der grauen Vorzeit. Das Bild wird schließlich schärfer, wie bei einem Fernseher, der gerade justiert wird, und es folgen Flora und Fauna. Es gibt in Gaetan zwei verschiedene religiöse Orden. Warum genau gibt es die zwei und wie haben sie ihren Weg in das Leben der Bevölkerung geschafft? Es gibt zwei Kirchen und einen Magierorden. Die graue Kirche aus dem Landesteil Merin, dann noch die Kirche des Lichts, die auf ganz Gaetan verbreitet ist und schließlich noch der graue Orden der Magier. Tananeas, den du Eingangs schon erwähnt hast, ist sowohl Oberhaupt der Kirche des Lichts als auch Oberhaupt des grauen Ordens. Diese drei waren früher eins. Dann kam es vor Jahrhunderten zu einem Kirchenschisma, die konservativ-fanatischen Meriner wollten die Magie, die damals noch sehr lebendig und vielfältig war, monopolisieren – und jeden Nicht-Priester, der Aegantrik anwandte, zum Ketzter erklären. So heißt die Magie auf Gaetan: Aegantrik. Die gemäßigten Kirchenoberhäupter wollten das nicht, so kam es zur Spaltung der Kirche. Die graue Kirche sah sich als einzig wahre Kirche an und behielt den alten Namen, die Reformatoren grenzte sich in der Glaubensbotschaft ab und gründeten die Kirche des Lichts. Der graue Magierorden stellte sich an die Seite der Kirche des Lichts. Ein Krieg entbrannte, der Gaetan beinhahe vernichtete und den graue Magierorden auslöschte. Die Magie begann zu verschwinden. Erst als Tananeas einige Jahrhunderte später den grauen Orden erneut gründete, kehrte der Magierorden nach Gaetan zurück.

Was wäre ein Fantasybuch ohne fantastische Wesen. Was genau sind Throcs? (Damit es auch meine Leser wissen.) Und wie kam es dazu, dass sie Teil der Geschichte sind?

Die Throc sind ein stolzes Volk, eine Ethnie auf Gaetan. Menschenähnlich, sehr schlank und hochgewachsen. Unter den Throc ist die Gabe der Steinformung verbreitet, das ist ein Zweig der Aegantrik. Außerdem beherrschen sie eine Besondere Form der kommunikation, sie können sich geistig verbinden und mit Hilfe einer Art Telepathie kommunizieren. Das macht jedoch nicht jeder Throc, denn einen anderen Menschen so tief in den eigenen Geist einblicken zu lassen, erfordert eine sehr große Nähe. Das ist vielen unangenehm. Deshalb gibt es auch eine ganz normale Alltagssprache. Die Throc sind sehr eng verbunden mit den Göttern Gaetans und in der Gegenwart eher ein Mythos, als ein existierendes Volk. Erst Stuarts Ankunft bringt das vergessene Volk buchstäblich wieder an das Tageslicht – die Throc lebten bis dahin im Verborgenen im Bergmassiv Gat, nahe Tjurn. Ein anderes fantastisches Wesen hat mir besonders viel Vergnügen bereitet. Der Peregrin, ein kleines blaues, pelziges Etwas, das wie eine Mischung aus Koala und Äffchen aussieht. Als ich Stuart und Marten durch Porta Orbis begleitete, habe ich in der menschenleeren Stadt aus dem Augenwinkel heraus eine Bewegung gesehen. Als ich erneut hinschaute, sah ich ein kleines Pelzknäuel, das eine Türschwelle mit einem kleinen Besen zu fegen schien. Als es meinen Blick bemerkte, ließ es zuerst den Besen verschwinden und versuchte möglichst dumm dreinzublicken. Als das nicht gelang, verschwand es einfach. Stuart und Marten haben davon genauso wenig mitbekommen wie der Leser – der Peregrin hatte sich so in die Geschichte geschrieben und tauchte dann ein, zwei Kapitel später „offiziell“ auf.

Die Charaktere sind ja auch wichtig. Beim Lesen fiel auf, dass die Namen sich sehr ähnlich waren und es auch zu Verwechslungen kommen könnte. Woher kommen die Namen und gab es vielleicht noch andere mögliche Namen, die verworfen wurden?

Das ist, ganz offen gesagt, eine Entwicklung, die sich als Fehler erweist: Manche Namen sind zu ähnlich und verwirren den Leser. Es hat einen Grund, dass die Namen ähnlich sind. Den kann ich ohne zu spoilern aber leider nicht nennen. Leider ist das Problem erst jetzt von Bloggern deutlich gemacht worden – weder ich, noch meine Testleser haben das so deutlich festellen können. Das wird jetzt zu deutlichen Änderungen führen, die wir sanft in die Geschichte der 4. Episode einbetten müssen. Ja, es gab andere Namen für manche Charaktere. Stuart, Marten, Therindor, Tananeas, Barré und Lethar waren immer schon gesetzt – andere wechselten im Moment ihres Erschaffens hin und her. Ich kann aber leider nicht mehr sagen, was zur Debatte stand. Ich habe keine Notizen geführt und die Namen waren so flüchtig, dass sie mir nicht im Gedächtnis geblieben sind.

Die Geschichte spielt ja viel in Wales und England. Warum gerade dort? Hätten es nicht die Philipienen sein können?

Die einfachste Antwort wäre: Ich kenne die Philippinen schlicht nicht. Ich wüsste nicht, wie ich dort eine Geschichte erzählen soll. Wales ist vor allem wegen der keltischen Hinterlassenschaften und der örtlichen Geschichte zum Schauplatz geworden, die ja Teil der Handung ist. Außerdem bietet Wales einen wundervollen Rahmen für eine mittelalterliche Handlung mit magischen Akzenten.

Ein herzliches Dankeschön, dass sie sich die Zeit genommen haben die Fragen zu beantworten.

Sehr gerne.

Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen.

Die Teilnahmebedingungen.

Um gewinnen zu können und in den Lostopf zu hüpfen, beantwortet bitte folgende Frage:

Würdet ihr auch gerne mal mit an einem Buch schreiben und warum?

Elementarsturm

Blogtourplan „Die Elementarsturm-Chroniken“

29.11. Konzeptidee und Buchvorstellung mit dem Ältesten Chronisten
bei mir

30.11. Zwei ungleiche Freunde
bei Lea Phelina von Leas Buchblog

01.12. Ein Leben zwischen den Welten
bei Michèle von Elchi’s World of Crafts and Books

02.12. Die letzten Erinnerungen eines Vaters
bei Marion von Fräulein M liebt Bücher

03.12. Die wahre Geschichte eines Untergangs
bei Ann-Sophie von Reading is like taking a journey

Gewinnspielende: 04.12.17 umd 23:59 Uhr

Gewinnerbekanntgabe: 06.12.17 auf Spread and Read

9 Responses to [Chronistentage] Treffen mit dem Ältesten Chronisten – Elementarsturm-Chronik

  1. Guten Morgen
    Danke für diesen tollen Beitrag und das tolle Gewinnspiel.
    Ich weiß nicht so recht, Ideen und Fantasie hätte ich vielleicht, aber das ganze aufzuschreiben und auszuarbeiten, dazu bin ich wohl eher nicht gemacht. Ich bin eher ein Perfektionist und würde daher wohl nie fertig werden, weil ich nie zufrieden wäre.
    Ich würde wohl eher die fertige Geschichte lesen und Fehler finden und Ungereimtheiten finden, das habe ich auch schon getan, damit habe ich beim letzten Schliff geholfen.

    LG Manu

  2. jenny siebentaler sagt:

    Naja indirekt habe ich das ja. Hatte bei einem Gewinnspiel mal Glück gehabt und durfte eine Charakter Person in einem neuen Buch von der lieben Katharina Groth werden….doch bis jetzt noch nichts neueres über das Werk weis…! VLG jenny

  3. DayDreaming sagt:

    Huhu:)

    Gerne würde ich mal ein eigenes Buch schreiben. Ich denke, dass ich Leser fesseln könnte, doch fehlen mir oft einige Ideen, bzw vergesse ich sie aufzuschreiben. Da muss ich mich noch weit mehr hinter klemmen :)
    Mit jemand anderem schreiben würde ich auch super finden und habe das auch mal gemacht. Es war interessant, was für unterschiedliche Ideen so zusammenkommen. Doch es muss vom Stil zusammen passen.

    Liebe Grüße,
    Lydia

  4. Ilona Schaeller sagt:

    Hallo,
    ich würde gern mal mit an einem Buch arbeiten, nur um es mal auszuprobieren, ob ich es kann weiß ich nicht.
    Aber wer es nicht versucht wird es nicht heraus finden.

    LG Ilona

  5. Tanja Schmitz sagt:

    Hallo,

    bei einer Buch Entstehung mitwirken gerne, das stelle ich mir spannend vor. Ein Buch selbst mit schreiben …. oder gar ein ganzes Buch …. das würde ich mir derzeit nicht zutrauen. Versuche mich gerade an meinen ersten Rezis ….das fällt mir noch sehr schwer… Vielleicht in ein paar Jahren …. wenn ich mehr Sicherheit im formulieren habe.

  6. karin sagt:

    Hallo und guten Tag,

    also ich bin da mal ganz ehrlich

    ….mein Talent ist da sehr begrenzt und eingeschränkt….denn schon in der Schule hat mir „Geschichten schreiben “ einfach keinen Spaß gemacht….weil es mir einfach an der Fantasy mangelt.

    Und heute im gesetzteren Alter sehe ich das ähnlich…bitte über was soll ich schreiben…da fängt es schon an.

    Also überlasse ich das gerne lieber anderen O.K.

    Nichts für Ungut…LG..Karin..

    PS: Den Roman werde ich von meinen Jungs zu Weihnachten bekommen

  7. Sarah sagt:

    Hallo,
    danke, dass Melanie so ein tolles Interview gemacht hat. Es war sehr interessant.
    Ein Buch möchte ich selbst nicht schreiben. Dafür fehlt mir die Fantasie.
    LG

  8. Sarina Ziemann sagt:

    Hey :)

    also ich ja, auf jedenfall.. das hab ich früher in meiner Jugend tatsächlich öfter mal gemacht.. zumindest angefangen.. ich würde jetzt auch gerne wieder anfangen, aber mein Kopf ist da momentan (*hust* wohl eher schon seit Jahren) einfach so leer.. hab einfach keine Ideen..

    Viele Grüße

    Sarina

  9. Sina sagt:

    Schreiben ist klasse, aber ich glaube, dass mir da das Talent dazu fehlt.

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