[Hörbuch] Inge Löhnig – Scherbenparadies

Inge Löhnig - Scherbenparadies

Titel: Scherbenparadies
Autor: Inge Löhnig
Sprecher: Annina Braunmiller-Jest & Britta Hammelstein
Verlag: arena
Genre: Jugendthriller
Spieldauer: 284 Minuten
ISBN: 9783401850481
Preis: 10,99€

Inhalt in Kürze:

Die 17-jährige Sandra hat es wirklich nicht einfach. Ihre Mutter Laura ist alkoholabhängig und die ganze Zeit bei ihrem neuen Freund Ulf. Nur ab und zu kommt sie mal vorbei, füllt den Kühlschrank auf und lässt ein wenig Geld da. Aber viel zu wenig, als dass ihre beiden Töchter damit über die Runden kommen. Sandra will, dass das Leben ihrer kleinen Schwester so normal wie möglich verläuft, und versucht, neben ihren schulischen Pflichten, den Haushalt zu führen und irgendwie an Geld zu kommen. Aus Scham und auch aus Angst, dass sie von ihrer Schwester getrennt wird, will sie das Jugendamt nicht einschalten, sondern alles selbst regeln. Natürlich wächst ihr alles über den Kopf, und als ob die Lage nicht schon schlimm genug wäre, wird sie plötzlich auch noch von ihren Mitschülern gemobbt. Wird sie es schaffen die Situation zu meistern, oder wird sie daran zerbrechen?

Charaktere:

In diesem Buch gibt es insgesamt drei Hauptcharaktere, von denen Sandra jedoch im Mittelpunkt steht.

Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt und für ihre Träume kämpft. Außerdem umsorgt sie liebevoll ihre kleine Schwester und lässt auch ab und zu mal Mahlzeiten ausfallen, damit Vanessa nicht hungern muss. Egal wie viel sie auch einstecken muss oder welche Hürden ihr das Leben in den Weg stellt, sie findet irgendwie eine Lösung. Das hat mir wirklich gut gefallen. Sandra ist mir wirklich sympathisch.

Den Namen der zweiten Hauptperson möchte ich nicht nennen, da ich sonst spoilern würde. Immer wieder gibt es Zwischensequenzen mit ihren Gedanken und Handlungen. Sie geht in die gleiche Klasse wie Sandra und hat sich unsterblich in ihren jungen Klassenlehrer Nils Joswig verliebt. Das geht so weit, dass sie sich vorstellt, dass er auch in sie verliebt ist, aber zu schüchtern um es zuzugeben. Als er jedoch anfängt, sich um Sandra Sorgen zu machen, wird diese zweite Hauptperson rasend vor Eifersucht und will mit allen Mitteln ihre Konkurrentin aus dem Weg räumen.

Die dritte Hauptperson wäre dann noch der Klassenlehrer Nils Joswig. Am Anfang war er mir echt sympathisch, da er einfach als cooler Lehrer dargestellt wurde, der sich um seine Schüler kümmert und ihnen mit Rat und Tat beistehen will. Leider wurde dieses Bild im Verlauf der Handlung zerstört, denn irgendwann hat er sich eher benommen wie ein unreifer Teenager. Das fand ich wirklich schade. Zum Schluss wurde zwar versucht, nochmal eine Kehrtwende zu machen, aber wirklich gerettet hat es den Charakter nicht mehr.

Handlung:

Bis zu einem gewissen Punkt hat mir die Handlung echt gut gefallen, wobei man natürlich diskutieren kann, wie realistisch es ist, dass eine 17-jährige mit ihrer 6-jährigen Schwester über Monate allein in einer Wohnung lebt, ohne dass jemand etwas merkt. Vor allem da Vanessa schon fast bei den Nachbarn eingezogen ist, so oft wie sie dort war.

Man kann die Gefühle von Sandra wirklich gut nachvollziehen. Die Scham, dass sie ihrer Mutter nichts mehr bedeutet, die Angst um Vanessa, aber auch um ihre Zukunft. Die Verzweiflung, weil sie dem Mobbing ausgesetzt ist und nichts dagegen tun kann, aber auch den Trotz, sich nicht unterkriegen zu lassen um irgendwann ein besseres Leben zu führen. Diese Gefühlsachterbahn war gut aufgebaut und hat mir wirklich gut gefallen.

Am absoluten Tiefpunkt hat man sich jedoch entschieden, eine ziemlich unrealistische Liebesgeschichte einzubauen. Zumindest von einem der involvierten Charaktere habe ich mir einiges mehr erwartet. Es gab keine Anzeichen für eine Beziehung und auf einmal ist da ein Kuss, und es wird auch gleich mit kitschigen Kosenamen um sich geworfen. Es passiert völlig unerwartet, viel zu schnell und für meinen Geschmack hätte man das Ganze irgendwie anders lösen sollen.

Auch das Ende ist in meinen Augen ziemlich unrealistisch und es geht meiner Meinung nach auch viel zu gut aus. Es gibt einige Probleme, die nicht so einfach zu lösen sind, und die sich am Ende mehr oder weniger in Wohlgefallen aufgelöst haben.

Fazit:

Das Hörbuch “Scherbenparadies” ist zu Beginn eine wirklich tolle Geschichte über ein Mädchen, dem seine Verantwortung langsam aber sicher über den Kopf wächst. Es werden wichtige Themen wie Mobbing, aber auch schulischer Leistungsdruck und Zukunftsängste angesprochen. Auch die Charaktere haben mir bis zu einem gewissen Punkt alle zugesagt. Aber zum Ende hin, hat man es völlig überzogen, und ich musste mehr als einmal den Kopf schütteln, warum man sich für diesen Weg entschieden hat. Auch wenn ich die erste Hälfte des Buches wirklich toll fand, kann ich aufgrund einiger Entwicklungen nicht mehr als

geben.

 

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