[Rezension] Kazuto Tatsuta – Reaktor 1F (Teil 1)

Kazuto Tatsuta - Reaktor 1F ( Teil 1)

Titel:  Ein Bericht aus Fukushima (Teil 1)
Reihe: Reaktor 1F  (Band 1)
Autor: Kazuto Tatsuta
Verlag:  Carlsen Manga
Genre:  Manga
Seiten:  190
ISBN: 9783551761071
Preis:  12,99€

Inhalt in Kürze:

In diesem Mange berichtet der Autor über seine Zeit als Aufräumarbeiter im zerstörten Atomkraftwerk von Fukushima. Warum hat er sich für diesen Job entschieden, welche Hürden musste er überwinden und wie ist der Alltag eines Arbeiters in einer nuklearen Gefahrenzone.

Cover:

Das Cover zeigt einen der zerstörten Reaktoren mit einem Arbeiter im Vordergrund. Das Bild nimmt etwas mehr als die Hälfte des Covers ein, während der Rest einen weißen Hintergrund hat und die Buchinformationen enthält.  Auch wenn es recht unspektakulär ist, passt es hervorragend zu dem Manga.

Charaktere:

Der Autor ist selbst der Hauptcharakter, der nach dem Unglück vom 11. März 2011 unbedingt bei den Aufräumarbeiten mithelfen will. Fast ein Jahr später betritt er das erste Mal das Gelände von Fukushima. Er sieht sich selber weder als Held, noch möchte er großartig in Erscheinung treten. Ihm geht es mehr um Aufklärungsarbeit und die Beseitigung von Gerüchten.  Wer für den Unfall verantwortlich ist, interessiert ihn nicht, ebensowenig ob die politischen Entscheidungen alle korrekt waren. Für ihn zählt nur, dass das Unglück passiert ist und das Chaos nun beseitigt werde muss. Er maßt sich nicht an, dass seine Sicht der Dinge die Richtige ist, sondern gibt nur wieder, was er in dieser Zeit erlebt hat.

Handlung:

Wie in einem Manga üblich sagen die Bilder mehr aus, als der Text. Man begleitet Kazuto durch einige Arbeitstage in Fukushima. Welche Sicherheitskontrollen er passieren muss, auf was alle geachtet wird bzw. auf was er selbst alles achten muss. Teile des  zerstörten Reaktors werden ebenso dargestellt,  wie die Umwelt im Krisengebiet, oder auch das gesellige Beisammensein mit seinen Kollegen. Man erfährt, welchen Weg er gehen musste um in Fukushima arbeiten zu dürfen und wie seine Freunde und seine Familie darauf reagiert haben. Es ist eine interessante und informative Reportage, die mit einigen Horrorgeschichten aufräumt und trotzdem den harten Alltag widerspiegelt.

Umsetzung:

Die Umsetzung dieses schwierigen und recht trockenen Themas als Manga ist eine hervorragende Idee.  Unnötige und ausschweifende Beschreibungen gibt es nicht, da das wesentlich in Form von Bildern mitgeteilt wird. Deshalb glaube ich auch, dass mehr Leute zu diesem Werk greifen werden, als wäre die ganze Thematik in reiner Textform abgedruckt worden.  Die Zeichnungen sind meiner Meinung nach auf einem hohen Niveau und  haben mir sehr gut gefallen. Vor allem die Bilder der zerstörten Gebäude habe ich lange auf mich wirken lassen.

Noctana:

Obwohl Noctana für gewöhnlich keine Mangas liest, hatte sie diesen hier bevor ich ihn in die Finger bekommen habe, bereits dreimal gelesen und war sehr angetan. Sie empfand die Umsetzung dieser sehr trockenen Thematik sehr angenehm und durchaus so gemacht, dass auch Leute, die sich sonst nicht so mit Mangas haben, ihren Spaß daran haben können. Das sehe ich als weiteren Pluspunkt.

Fazit:

Ein interessanter und informativer Auftakt zu einer Reihe rund um denn Alltag eines Arbeiters in Fukushima. Durch den wenigen Text war ich recht schnell durch, aber einige Bilder musste ich trotzdem länger betrachten. Wer sich für das Thema interessiert und einmal einen anderen Blick auf das Thema möchte, sollte sich den Manga auf alle Fälle zulegen.  Von mir gibt’s auf alle Fälle

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