[Rezension] Uwe Eckardt – Heimkehr

Uwe Eckart - Heimkehr

Titel: Heimkehr
Reihe: Die Savanten (Band 1)
Autor: Uwe Eckardt
Genre: Fantasy
Seiten: 444
ISBN: 9789463860505
Preis: 16,99€ (TB) / 2,99€ (eBook)

Inhalt in Kürze:

Nach einer schweren Kopfverletzung hat der 17-jährige Finn plötzlich die außergewöhnliche Fähigkeit Mengen und komplexe Probleme in sekundenschnelle zu erkennen bzw. zu lösen. Sein Hirn arbeitet schneller und besser als jeder Supercomputer. Obwohl kaum jemand davon weiß und Finn es eigentlich auch nicht an die große Glocke gehängt hat, wird er eines Abends entführt und auf eine Insel im Südpazifik verfrachtet. Dort hat ein skrupelloser Milliardär eine Forschungseinrichtung aufgebaut um das sogenannte Savanten-Syndrom zu erforschen. Außerdem erhofft er sich, mit der Hilfe dieser außergewöhnlichen Menschen, ein Tor in eine andere Realitätsebene zu öffnen.  Kann Finn diesem Irrsinn entkommen, oder ist sein Schicksal besiegelt?

Charaktere:

Leider muss ich sagen, dass die Charaktere die größte Schwäche des Buches sind, denn leider nicht viele nicht besonders gut ausgearbeitet und wirken zum Großteil recht austauschbar. 

Finn ist die zentrale Figur. Anfangs ist er schüchtern, ängstlich und recht schnell mit allem überfordert. Aber er beißt sich durch und schafft es sich weiterzuentwickelt. Finn ist sympathisch und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Außerdem hält er felsenfest zu seinem Freunden und würde nie jemanden zurücklassen.

Sascha ist eine ausgebildete Kämpferin und Überlebenskünstlerin und war diejenige, die Finn und die anderen Savanten verschleppt hat. Sie hat einen äußerst schwarzen Humor und muss immer zu allem einen Kommentar abgeben. Zumindest mir ist das irgendwann ziemlich auf die Nerven gegangen. Ihre Figur der unnahbaren und gefühlskalten Kampfmaschine wurde doch etwas überzeichnet

Ken ist ebenso wie Finn ein Junge mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er muss eine Sprache nur für einige Minuten hören und ist dann in der Lage sie zu sprechen. So hat er schon über 25 Sprachen erlernt. Leider ist er während des größten Teils der Handlung nur ein Mitläufer, obwohl Finn ihn als besten Freund bezeichnet. Allerdings gab es keine Szene, die die Freundschaft der beiden wirklich widerspiegelt. Ansonsten hat Ken zwar seinen einen großen Moment und man erfährt auch ein bisschen über seine Vergangenheit. Aber es ist mir einfach zu wenig.

Dr. Edmundo befindet sich ebenfalls auf der “Gefängnisinsel” und beschäftigt sich mit der Erschaffung des Portals in die andere Realitätsebene. Zwar ist er kein Savant, dafür aber ausgesprochen intelligent. Obwohl er am Anfang eine vielversprechende Figur war, war seine Rolle nach etwa der Hälfte des Buches nicht mehr als unnützer Ballast zu sein. Das hätte man sicherlich besser lösen können.

Zum Schluss gibt es noch Riku und Emma, die man zu den wichtigen Charakteren zählen kann. Genauso wie Ken und Dr. Edmundo haben sie ihre Momente in der Handlung, aber sind ansonsten weitestgehend Mitläufer. Vor allem von Riku hätte ich mir eine wichtige Kampfszene erhofft, da ihn seine Fähigkeiten dafür prädestinieren, aber viel mehr als ein Beschützer für Emma ist er nicht geworden. Emma selbst habe ich im Lauf der Handlung sogar einmal vergessen, da sie kaum mehr Charaktertiefe bekommen hat, wie irgendwelche Nebenfiguren.

Im Endeffekt sind es Finn und Sascha und zum Ende hin noch Ken, die eine zentrale Rolle gespielt haben, während die restlichen zwar ihre Momente hatten, aber alles in allem einfach zu blass waren

Handlung:

Die Handlung hat ein enorm hohes Tempo und die Protagonisten werden von einer Situation in die andere befördert. Immer wieder gibt es neue Probleme, deren Lösung ungewiss ist. Dadurch ist das Spannungslevel enorm hoch, aber leider auch immer auf einem konstanten Niveau. Mir hätten ab und zu einige kleine Verschnaufpausen gefallen, aber das ist Geschmackssache. Jedenfalls hat mich das Buch in seinen Bann gezogen, denn natürlich wollte ich wissen welche Lösungen die Protagonisten finden und was sie als nächstes tun werden. 

Was meiner Meinung ein bisschen unnötig war, war die rasche Entwicklung der kleinen Liebesgeschichte. Sie nimmt zwar keinen großen Platz ein und hat ihren Nutzen, aber für meinen Geschmack war alles zu schnell bzw. zu einfach.

Allgemein hatten die Protagonisten zu wenig Probleme mit ihren Herausforderungen. Es gab kaum Rückschläge oder dramatische Momente und die Wenigen, die es gab, waren so schnell vorüber, dass sie nicht der Rede wert sind.

Zum Schluss gab es eine überraschende Wendung, die enorm viel Potenzial hatte. Ich fieberte wirklich mit und fragte mich, was nun kommen würde. Vielleicht ein genialer Cliffhanger, der zum Lesen des Folgebands animiert, oder irgendeine ungeahnte Enthüllung. Aber leider wurde ich auch in dieser Hinsicht enttäuscht. Es hätte wirklich toll werden können, aber der gewünschte Effekt blieb aus.

Was mir allerdings sehr gefallen hat, war die kreative Welt, die der Autor erschaffen hat, sowie die verschiedenen Völker und deren Geschichten. Ich fühlte mich richtig in den Bann gezogen und wollte weitere Aspekte dieser zauberhaften, aber auch gefährlichen Welt entdecken.

Fazit:

Heimkehr konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Die Handlung hat in der Spannung und der kreativen Welt sicher ihre Stärken und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, kann man kaum aufhören zu lesen. Aber ich habe mir einen Höhepunkt erwartet. Die Spitze der Spannungskurve. Den großen Knall. Leider blieb dieser aus, was mich ziemlich enttäuscht hat. Auch die meisten Charaktere blieben leider ziemlich blass und ohne wirkliche Charaktertiefe und Entwicklung. Potenzial war da, aber es wurde leider nicht ausreichend genutzt. Deshalb gibt es von mir nur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.