Große Halle

Heinrich Böll – Der Zug war pünktlich

der zug war pünktlich

Titel: Der Zug war pünktlich

Autor: Heinrich Böll

Seiten: 176 (134 + 42 Seiten Zusatzmaterial zum Buch)

Verlag: KiWi

Erscheinungsjahr: 1949

Genre: Erzählung

 

Der Soldat Andreas steigt in den Zug, welcher ihn vom Urlaub zurück an die gallizische Front bringen soll. Die letzten Worte, die er seinem Freund Paul sagt lauten: „Ich will nicht sterben, aber das Schreckliche ist, dass ich sterben werde… bald.“ Diese Worte verfolgen ihn die restliche Geschichte. Sie versetzen ihn in Todesangst. Zunächst versucht er es zu leugnen oder so hinzustellen, als würde es noch lange dauern. Doch je mehr er begreift, dass „bald“ keine Frage von Wochen, Monaten oder Jahren ist, sondern von Tagen, umso größer wird sein Angst und auch die Machtlosigkeit, die er empfindet, während der Zug ihn  Lemberg und damit dem sicheren Tod immer weiter entgegenfährt. Er will doch nicht sterben und doch ist es am Ende unvermeidbar.

Man erlebt all das Leiden, die Geschehnisse in den Zügen und Baracken, hinter den Kulissen, die Gefühlswelt der Soldaten hautnah mit. Das Buch ist phantastisch geschrieben und nichts für schwache Nerven. Die Todesangst des Protagonisten ist so deutlich, so greifbar, dass ich sie selbst mitgelitten haben. Selten habe ich ein Buch so langsam gelesen, wie dieses. Doch man macht sich sehr viele Gedanken und die Angst, die einen ergreift lähmt einen ein Stück weit. Es ist eine bittere Anklage gegen den zweiten Weltkrieg, die eine Seite beleuchtet, die allzu gerne vergessen und verdrängt wird: Das Gefühlsleben der Soldaten und die Todesangst, die jeder im Gepäck hatte und die allzeit präsent war.

Von mir bekommt das Buch, um meinen Eindruck wirklich zu verdeutlichen

6 von 5 Punkten.

Die Reihenfolge ist bewusst gewählt und korrekt. Es kann sich einfach mit nichts messen, was ich sonst so lese und ist ebenso außergewöhnlich wie berührend und beänstigend.

Beatrix Mannel – Die Tochter des Henkers

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Titel: Die Tochter des Henkers

Autor: Beatrix Mannel

Verlag: Fischer

Genre: Historischer Jugendroman

Seiten: 374

Erscheinungsjahr: 2011

 

Franziska ist die Tochter des Henkers und singt für ihr Leben gerne. Doch das darf sie nur heimlich tun, da es Unehrlichen, wie sie eine ist, nicht gestattet wird. Sie fristet sie ihr Leben als Ausgestossene der Gesellschaft mit ihrer Familie auf einem Hof mitten im Wald. Besonders ihre Tante Feva, welche nach dem Tod von Franzis Mutter, deren Rolle einnahm, und ihr Stiefbruder Heinrich machen ihr das Leben so schwer wie möglich. Ihr Bruder Karl und die seltenen Gelegenheiten heimlich zu singen sind die einzigen Lichtblick in Franzis Leben, die immer wieder mit ihrem Schicksal hadert und sich damit nicht abfinden will.

Ihr Schicksal beginnt sich zu ändern, als sie einmal von Richard von Zinzendorf, einem Sohne besseren Hauses, bei ihren heimlichen Gesängen belauscht wird. Während der junge Herr sofort eine Art Gefallen für Franzi entwickelt, versucht diese den Abstand und die Manieren, welche ihr Geschlecht und ihr Stand ihr abverlangen, an den Tag zu legen. Dies gelingt ihr auch eine Weile, bis ein unerwartetes Geschehen es nötig macht, ein heimliches Treffen mit Richard zu verabreden. Doch kaum ist das Treffen beendet, so wird Richard auf einmal verhaftet und als Mörder in den Schandturm gesperrt, wo er auf einen Urteilsspruch wartet. Franzi ist verzweifelt, denn alles sieht so aus als würde man einen Unschuldigen hinrichten, doch ihr Treffen darf sie unmöglich zugeben. Schließlich improvisiert sie mit ihrem Bruder Karl ein „Wunder“ und befreit Richard heimlich aus dem Schandturm. Doch auf einmal steht alles gegen sie und bezichtigt sie eine Hexe zu sein. Sie flieht. Doch als ihr Bruder Heinrich sie einholt, kommt es zu einem entsetzlichen Handgemenge. Heinrich stürzt und fällt unglücklich. Er ist tot. Franzi ist entsetzt. Nun ist sie auch noch eine Mörderin. Sie flieht weiter. Ob sie den Verfolgern und ihrem sicheren Tod noch entkommen kann?

 

Das Buch ist super geschrieben und kann ohne Probleme, obwohl es ein Jugendbuch ist, auch jeden Erwachsenen in seinen Bann ziehen. Man kann sich sehr gut einfühlen in die Figuren und eine Fülle von Details und Adjektiven erschaffen ein sehr genaues Bild der Schauplätze vor dem inneren Auge des Lesers. Das Ende des Romans ist so abgeschlossen, dass die Geschichte alleine auskommt, allerdings auch offen genug, um auf eine Fortsetzung hoffen zu dürfen.

Gestört haben mich lediglich 2 Kleinigkeiten. Zum einen hat die Protagonistin stellenweise einfach ein bisschen zu viel Glück auf einmal und zum anderen, wird am Ende zwar von allen möglichen Leuten gesagt, wie es für sie weitergeht, allerdings wird Karl ausgespart, der nicht nur am Anfang eine tragende Rolle spielt, sondern auch bis zum Schluss in den Gedanken der Protagonistin präsent bleibt. Alles in allem bekommt das Buch von mir

 

3,5 von 5 Punkten.

Fortschritt ABC – Challenge der Protagonisten 2014

Hier werde ich alle Protagonisten mit den zugehörigen Rezessionen verlinken und den Fortschritt der Aufgaben posten.

Weibliche Protagonisten sind lila dargestellt, die männlichen blau.

Angela aus „Der Totschweiger“

Brianna aus „Was von Dir bleibt“

Cassie aus „Die Ankunft“

D

Emily aus „Neferets Fluch“

Franziska aus „Die Tochter des Henkers“

G

H

Iwana aus „Eigentlich ein Heiratsantrag“

Jette aus „Der Erdbeerplücker“

Kela aus „Manhattan tender“

Luise aus „Gefängistagebuch“

Madras aus „Die Bedrohung“

Nesta aus „Die Tochter des letzten Königs“

Olga aus „Wächter der Nacht“

Psyche aus „Was wir nicht sehen

Q

Rokia aus „Stadt aus Sand“

Stevie Rae aus „Betrogen“

T

U

Vivienne aus „Liebe auf den ersten Klick“

W

Xio aus „Time Agent“

Yolo aus „Yolo, der wildgewordene Pudding und Jo Zwometerzwo“

Zoey aus „House of Night – Gezeichnet“

Andreas aus „Der Zug war pünktlich“

Benno aus „Ewiger Schnee“

Chase aus „Dämonisches Tattoo“

Darko aus „140 Tage Balkan-Tiger und Brusketa“

Erik aus „Ungezähmt“

Frank aus „Creepers“

Govin aus „The lost Diadem“

Heinz aus „Der Augenschneider“

I

Jake aus „Zwischen den Fronten“

Kai aus „Mord allein macht auch nicht glücklich“

Leo aus „Gut gegen Nordwind“

Mark aus „No easy day“

Nick aus „Das Böse“

Oskar aus „Das Wilde Pack schmiedet einen Plan

Peter aus „Resturlaub“

Quentin aus „Ein Nerd auf Wolke Sieben“

Roman aus „Höllental“

Silwyth aus „Der Quell der Finsternis“

Tomas aus „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ (Alternativ Terea)

Unashokobenzli aus „Sternenvogelreisen“

Victor aus „Die Therapie“

William aus „Im letzten Licht des Tages“

X

Y

Z

ABC Challenge der Protagonisten 2014

Hallo ihr Lieben,

hier habe ich noch eine ganz tolle Challenge aufgetrieben, die man sicher gut nebenbei erledigen kann. Es geht um die Anfangsbuchstaben eurer Protagonisten. Schaut mal hier rein, wenn ihr Interesse habt.

 

ABC-Challenge der Protagonisten – Die Revanche

Meine ABC-Challenge der Protagonisten ist 2013 auf reges Interesse gestossen. Da ich jedoch beschämt zugeben muss, meine eigene Challenge nicht geschafft zu haben, brauche ich eine Revanche! Wer ist dabei?

Die Regeln wurden für 2014 ein bisschen abgeändert.
Um nochmals den Begriff „Protagonist“ zu klären, habe ich für euch die Definition von Wikipedia kopiert:

Der Protagonist (griechisch protagonistés „Haupt-“ oder „Erst-Handelnder&ldquo bezeichnet in der griechischen Tragödie den Darsteller der ersten Rolle.
Heute wird unter Protagonist in Literatur und Film die Hauptperson, der Held eines Romans, einer Erzählung oder eines anderen literarischen oder filmischen Werkes verstanden oder ganz allgemein der hauptsächlich Ausführende einer Handlung oder Handlungsreihe.

Im Normalfall gibt es von mir aus gesehen ein bis drei Protagonisten, selten auch mehr, wenn diese gleich wichtig für die Geschichte sind. Es dürfen also nicht einfach alle im Buch vorkommenden Namen verwendet werden. Bei den schwierigen Buchstaben wie X, Y oder Q drücke ich ja noch ein (oder sogar beide) Augen zu, bei den anderen müssen es aber schon „Hauptdarsteller“ sein.

  • Lest und rezensiert 26 Bücher mit Protagonisten, deren Namen mit den Buchstaben des Alphabets beginnen. (Die Buchstaben x, y und q müssen einfach im Namen vorkommen oder dürfen ‚Nebendarsteller‘ sein.)
  • Jedes Buch kann nur für einen Protagonisten – sprich nur für einen Buchstaben genutzt werden. Wenn ihr aber eine Reihe lest, dürft ihr aus jedem Band einen Protagonisten nutzen. Zum Beispiel lest ihr die Chroniken der Unterwelt, so dürft ihr beispielsweise aus „City of Bones“ Jace, aus „City of Ashes“ Clary, aus „City of Glass“ Simon, …. nehmen.
  • Die Challenge dauert vom 1.1.2014 bis zum 31.12.2014.
  • Ihr führt eine Challengseite, auf der das Protagonisten-ABC aufgeführt ist und die rezensierten Bücher verlinkt sind. Zum Beispiel so: *klick*      (Zur Verlinkung der Challenge dürft ihr den Banner gerne mitnehmen.)
  • Ich werde die Fortschritte der Teilnehmer auf meiner Challengeseite hier aktualisieren.
  • Die Teilnehmeranzahl ist auf 100 beschränkt.
 
Jeden Monat wird es einen Post mit Aufgaben geben, mit dem ihr Punkte sammeln könnt. Dieses Jahr wird es nämlich mehrere Gewinnchancen geben.
  1. Aus allen Teilnehmern, die die 26 Protagonisten (von A bis Z) geschafft haben, wird ein glücklicher Gewinner gezogen, der sich ein Wunschbuch im Wert von bis zu 20 Euro auswählen darf.
  2. Wer die meisten Punkte schafft, erhält auch ein Wunschbuch im Wert von bis zu 20 Euro. (Falls mehrere Teilnehmer gleich viele Punkte haben, entscheidet das Los.)
  3. Wer zu jedem Buchstaben einen weiblichen und einen männlichen Protagonisten findet, bekommt Ende Jahr von mir einen kleinen Überraschungsgewinn. (Zum Beispiel könnt ihr es so handhaben, dass ihr die Frauen rot und die Männer blau in eure Liste einträgt. Wichtig ist aber, dass immer noch die Regel gilt, pro Protagonist muss ein Buch gelesen werden . . . Wer also einen sicheren Überraschungsgewinn abstauben möchte, muss für die Challenge 52 Bücher lesen und rezensieren.)
  4. Aus allen aktiven Teilnehmern lose ich Ende Jahr jemanden aus, der dann auch etwas ‚Buchiges‘ gewinnt (z.B. ein Buch von Tauschticket oder von meinen eigenen Tauschbüchern).
So sollte wirklich jeder die Chance auf einen Gewinn haben, denn ich weiss selber, wie anspruchsvoll diese Challenge ist. Für Gewinn 2 und 4 müsst ihr die Challenge nämlich nicht schaffen sondern einfach aktiv dabei sein.
 
Für die Gewinnchance 2 müsst ihr ja so viele Punkte wie möglich sammeln. Und so könnt ihr an diese gelangen:
  • Jeder rezensierte Protagonist ergibt einen Punkt. Damit könnt ihr also 52 Punkte erreichen (pro Buchstaben einen männlichen und einen weiblichen Protagonisten)
  • Jeden Monat gibt es einen Aufgabenpost, bei dem ihr zusätzliche Punkte abstauben könnt. Es lohnt sich also, regelmässig vorbeizuschauen.

Stephen King – Ein Gesicht in der Menge

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Titel: Ein Gesicht in der Menge

Autoren: Stephen King & Stewart O’Nan

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Erscheinungsjahr: 2013

Seiten: 59

Preis: 8€

 

Dean Evers ist nach dem Tod seiner Frau nach Florida gezogen. Er ist allein, nimmt Tableten und trinkt zuviel. Sein einziges Hobby sind die allabendlichen Baseballspiele im Fernsehen. Doch eines Tages sieht er seinen Zahnarzt, der seit Jahren tot ist im Fernsehen, am nächsten Tag seinen ehemaligen Geschäftspartner und am dritten Tag seine verstorbene Frau. Er kann sich das alles nicht erklären und denkt schon, dass er durchdrehen würde, als er auf einmal ein Gesicht im Fernsehen erkennt, dass alles verändert und ihn dazu treibt andere Schritte zu ergreifen.

 

So kurz die Geschichte ist, so verwirrend ist sie auch. Liest man sie zu Ende so wird dem Leser eine Vorstellungsmöglichkeit des Übertritts vom Leben in den Tod geliefert, welche allerdings eher wenig beruhigend ist, da sie gleichmaßen verwirrend, quälend und voll von Vorwürfen ist. So gerne ich Stephen King normalerweise lese und so begeistert wie ich sonst bin, so enttäuscht bin ich von diesem Buch. Es ist weder inhaltlich berührend, noch stilistisch ansprechend und ganz obendrein schlichtweg eine Frechheit was das Preis-Leistungsverhältnis angeht. Einziger kleiner Pluspunkt ist, dass es zumindest ein Hardcover ist, wenn auch kein optisch ansprechendes. Daher bekommt das Buch von mir

0,5 von 5 Punkten

und ich werde es sicherlich niemandem nahelegen.

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