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[Rezension] Catherine Shepherd – Der Puzzlemörder von Zons

Catherine Shepherd - Der Puzzlemörder von Zons

Titel: Der Puzzlemörder von Zons
Reihe: Zons Thriller (Band 1)
Autor:  Catherine Shepherd
Verlag: Kafel Verlag
Genre: Thriller
Seiten:  296
ISBN: 9783000390098
Preis:  9,99€ (TB) // 2,99€ (eBook)

Inhalt in Kürze:

Im Jahr 1495 wird in Zons, einem kleinen Städtchen zwischen Düsseldorf und Köln, eine geschändete und verstümmelte Frauenleiche gefunden. Bastian Mühlenberg, ein angesehenes Mitglied der Zonser Stadtwache ist geschockt von der Brutalität des Mordes. Außerdem fürchtet er um das Wohlergehen seiner Freundin Marie. Zusammen mit seinem Freund und Mentor Pfarrer Johannes macht er es sich zur Aufgabe, den Täter dingfest zu machen. Doch das ist leichter gesagt als getan.

Hunderte Jahre später freut sich die Journalismus-Studentin Emily, dass sie in der Zonser Lokalzeitung eine ganze Artikelserie über den sogenannten Puzzlemörder von Zons herausgeben darf. Ihre Freude wird jedoch getrübt, als die Veröffentlichung ihres ersten Artikels der Berichterstattung über einen grausamen Mordes Platz machen muss. Dieser Mord ist allerdings nach dem selben Muster verübt worden wie jene des berüchtigten Puzzlemörders. Der Detektiv Oliver Bergmann nimmt die Ermittlungen auf und setzt alles daran, den Täter zu fassen, bevor er das Werk, welches mehr als 500 Jahre zuvor begonnen wurde, beenden kann.

Cover: 

Das Cover passt hervorragend zu einem Thriller und ebenfalls zum Titel. Ein grau-gemusterter Hintergrund und die Silhouette einer Stadt am unteren Rand. Der Blickfang ist aber das große blutfarbene Puzzleteil in der oberen Hälfte. Auch die Schrift des Titels sowie  der Autoren- und Verlagsname sind toll in das Cover integriert. Alles in allem sehr stimmig, aber auch nichts bahnbrechend Neues.

Charaktere:

Bastian Mühlenberg ist der sechste Sohn einer Müllerfamilie aus Zons. Schon früh war er dem ansässigen Pfarrer durch seine Intelligenz aufgefallen. Dieser nahm ihn dann auch unter seine Fittiche und lehrte Bastian das Lesen und Schreiben. Durch seine außergewöhnliche Begabung Rätsel zu lösen wurde auch die Zonser Stadtwache schnell auf ihn aufmerksam. Deshalb dauert es auch nicht lange, bis er in die Reihen der Ordnungshüter von Zons aufgenommen wurde.

Dietrich Hellenbroich ist der Puzzlemörder der im Jahr 1495 sein Unwesen getrieben hat. Nein, das ist kein Spoiler, denn seine Identität wurde schon recht früh enthüllt. Seine Kindheit war jedenfalls alles andere als schön. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und von seinem Vater wurde er täglich misshandelt. Dietrich kannte nur Feldarbeit, Gebete und die Tracht Prügel von seinem Vater, der sogar Peitschen und Knüppel benutzte, um seinen Sohn zu malträtieren. Liebe und Geborgenheit waren für Dietrich nur Fremdwörter und nach dem Tod seines Vaters suchte er einen Grund für sein Leid und fand es in seinem Glauben. Irgendwann glaubte er daran, ein Krieger Gottes zu sein und dessen Wünsche auf Erden zu verrichten. Denn würde Gott nicht wollen, was er tat, würde er ihn bestimmt davon abhalten, oder?

Emily ist eine Journalismus-Studentin und vollkommen fasziniert vom Puzzlemörder.  Sie hat es geschafft den Herausgeber der Zonser Lokalzeitung zu überzeugen, dass sie eine ganze Artikelserie über den historischen Verbrecher publizieren darf. Trotz der hervorragenden Nachrichten ist sie nicht ganz glücklich, denn ihre beste Freundin Anna hat Liebeskummer. Martin, der Freund von Anna, hat sich nämlich völlig unerwartet als schwul geoutet und ist anschließend mit Annas bestem Freund Christopher durchgebrannt. Die ganze Sache war mehr als merkwürdig, aber seitdem in Anna in einem emotionalen Loch, aus dem Emily sie herausholen möchte.

Handlung:

Für zwei Handlungsstränge ist das Buch einfach zu kurz ausgefallen. Es konnte keine wirkliche Spannung entstehen, denn die Geschichte musste zu einem Ende gebracht werden und die Ereignisse überschlugen sich für meinen Geschmack viel zu sehr. Die Idee die Identität des wahren Puzzlemörders recht früh zu enthüllen und Teile der Handlung aus seiner Sicht zu schildern, war recht gewagt, hat aber in meinen Augen nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Auch das angestrebte Katz- und Mausspiel zwischen Oliver Bergmann und dem Mörder des Gegenwart, verlief eher langweilig und konnte mich nicht wirklich mitreißen. Meiner Ansicht nach wäre es besser gewesen sich nur auf einen Handlungsstrang zu konzentrieren und ggf. einen historischen Thriller zu schreiben. Die Sprünge zwischen den Zeiten und die beiden mehr oder weniger separaten Fälle, haben dem Buch mehr geschadet als geholfen. Sehr schade.

Fazit:

Vom Genre her zwar ein Thriller aber vom Spannungsbogen eher ein mittelmäßiger Krimi, der mich leider nicht in seinen Bann ziehen konnte. Teile der Handlung aus der Sicht des Täters waren zwar ganz interessant, aber das hat auch nicht mehr viel retten können. Alles in allem ein recht schwacher Auftakt der Thriller-Reihe. Von mir gibt’s auch nur